idiome (redewendungen)

es gibt umzählige wörter dafür: redensart, phraseologismus, idiom oder idiomatische wendung, redewendung, stehende wendung, fester ausdruck, ausdrucksweise, phrase, floske, formel.

daabei handelt es sich um eine eigentümliche wortprägung oder wortverbindung, deren bedeutung sich nicht aus den einzelnen bedeutungen der wörter ableiten lässt. beispielsweise hat ein angsthase nichts mit einem hasen zu tun; es meint ein sehr ängstlicher mensch.

redewendungen und sprichwörter sind die «oberste schicht», die «sahne» einer sprache. wenn man solche drauf hat, kennt man eine sprache recht gut. es ist auch dort, wo eine sprache interessant, aber auch sehr komplex wird, da es um bedeutungen jenseits der wörter geht. deshalb sind gerade dort auch übersetzungsprogramme überfordert.

der hauptunterschied zwischen sprichwörtern und redewendungen: erstere kommen immer in ganzen sätzen und sind unveränderlich («aller guten dinge sind drei.»). redewendungen sind etwas flexibler und lassen sich an zeit und person anpassen. sie werden jeweils im infinitiv aufgeführt («schmetterlinge im bauch haben»).

in der werbung werden redewendungen und sprichwörter gerne abgewandelt. meist eher schlecht (davon handelt dieser blog häufig), manchmal aber auch clever.

folgendes beispiel braucht gar keine wandlung. hier ist die wandlung diese, dass das idiom nicht wie sonst immer übertragen gemeint ist, sondern wörtlich:

«da haben sie den salat!»
claim auf einem lastwagen: «da haben sie den salat!»

mehr sprichwörter und redewendungen mit erklärungen hier.

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ein paar gastrologos aus hamburg/hannover

lucky friends are good friends.
lucky friends are good friends.

dieses chinarestaurant hat gleich zwei namen. so etwas kommt eher selten vor … einer schmalziger als der andere. aber hauptsache, die speisen schmecken.

dies ist übrigens die chinesische art, firmennamen zu kreieren. «schöne landschaft» könnte z. b. ein name für einen zelthersteller oder einen outdoor-ausrüster sein.

anderes beispiel: ikea heisst in china yí jiā, was lautmäßig nicht ganz in die nähe kommt – die bedeutung (viel wichtiger) ist in etwa: «geeignet für familie/heim».

 

no name.
no name.

lieber kein name als ein schlechter. und solange es nicht «no food» heißt, ist ja alles paletti.

 

speiserei.
speiserei.

das logo hat mich hier natürlich nicht aus den socken gehauen. aber der name kann.

 

adega nau weinbar.
adega nau weinbar.

was macht dieses logo auf logoblog? keine ahnung. der name soll auf deutsch «schiffskeller» oder «weinhaus schiff» bedeuten (aus dem portugiesischen). die bar hat immer topkritiken auf tripadvisor.

 

pastalozzi.
pastalozzi.

ein passendes wortspiel belohn ich immer mit einem lächeln. oder manchmal auch mit einer erwähnung in diesem blog.

 

balzac coffee.
balzac coffee.

der norddeutsche knock-off* von starbucks. der name ist eine hommage an den französischen autor honoré de balzac, der bekannt war für seinen kaffeekonsum (etwa 60 tassen täglich).

* balzac coffee wurde 1998 gegründet, also schon ein paar jahre bevor starbucks nach deutschland kam (2002). der inspirationsgeber der gründerinnen findet sich jedoch nicht nur im logo wieder. ein engelchen auf einer vespa ist auf jeden einzigartig.

zum vergleich: starbucks-logo (version 1992–2011) mit dem fabelwesen sirene (aus der griechischen mythologie).

starbucks-logo (1992–2011).
logo von starbuck.

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klare ansage

die meisten firmenclaims kann man spülen. aus diesem mitgrund ist ja auch dieser blog entstanden. umso schöner, wenn dazwischen auch mal originelle oder zumindest klare botschaften auftauchen.

no bullshit inside.
no bullshit inside.

hiermit wäre die marke peak punk lobend erwähnt. klar, dass bullshit da in diesem produkt nichts zu suchen hat – wär ja sonst nicht vegan.

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das hält eine weile …

in der schweiz nennt man sie sichtmappen, meist im diminutiv: sichtmäppchen. der etwas deutschere ausdruck wäre klarsichthülle oder sichthülle.

die haben jetzt auch ein verfallsdatum. vielleicht nicht beabsichtigt. mindestens erstmalig entdeckt:

sichthuelle mit verfallsdatum.
sichthuelle mit verfallsdatum.

in 677 jahren wird wohl niemand von den jetzt lebenden mehr unter uns weilen, die sichthüllen wohl auch nicht mehr. der weichmacher im plastik hält im besten fall ein paar jahrzehnte, danach zerbröselt alles. (nein, in nichts auflösen wäre etwas anderes.)

ob dieser blogbeitrag noch irgendwo einsehbar sein wird im jahr 2696? keine ahnung. aber einen herzlichen gruß in die zukunft.

hashtags #26960615 #15.06.2696 #15juni2696 #jahr2696 #2696

wenn sich das papierlose büro bis dahin durchgesetzt haben sollte (die chancen bestehen durchaus), wird die frage dann sein: «wtf ist eine klarsichthülle?!»

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ehrliche politik

sie sind bis jetzt nie groß aufgefallen. aber damit ist jetzt schluss. zum ersten mal macht die bdp, eine schweizer partei irgendwo am rechten rand der mitte, mit selbstironie auf sich aufmerksam (ironie war bis anhin definitiv keine domäne, die vom rechten lager beherrscht wurde – aber auch die linken brachten das kaum je recht hin).

umso schöner also der claim «langweilig, aber gut».  wieso eigentlich nicht gleich als headline?

langweilig, aber gut.
langweilig, aber gut.

 

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sorgenkind mit zwang zur hardcore-anbiederung

unser aldi-kind ist immer wieder gut für ein paar große portionen stirnrunzeln. logoblog war dabei. und dabei.

als neustes wird die «wir-machen-es-jetzt-mit-swissness»-strategie auch noch mit dem einsatz von schwiizertüütsch forciert. aber leider scheinen da nicht wirklich profis am werk zu sein.

so viel schwiiz.
so viel schwiiz.

«so viel schwiiz» sagt man in keinem dialekt. das wort «viel» lautet in helvetien überall «vill» (kurzes i).

drei schweizerkreuze auf einem haufen (dieses mal immerhin in den richtigen proportionen des kreuzes), ist echt fast etwas zu viel schweiz, liebes aldi-kind (bzw. jetzt -chind).

gschmack vo heimat ...
gschmack vo heimat …

und dann haben wir noch ungelenke sätze. hier würde man eher «de gschmack vo de heimat …» sagen. falls überhaupt.

also, aldi-goof, die schmerzgrenze ist jetzt deutlich überschritten!

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