idiome (redewendungen)

es gibt umzählige wörter dafür: redensart, phraseologismus, idiom oder idiomatische wendung, redewendung, stehende wendung, fester ausdruck, ausdrucksweise, phrase, floske, formel.

daabei handelt es sich um eine eigentümliche wortprägung oder wortverbindung, deren bedeutung sich nicht aus den einzelnen bedeutungen der wörter ableiten lässt. beispielsweise hat ein angsthase nichts mit einem hasen zu tun; es meint ein sehr ängstlicher mensch.

redewendungen und sprichwörter sind die «oberste schicht», die «sahne» einer sprache. wenn man solche drauf hat, kennt man eine sprache recht gut. es ist auch dort, wo eine sprache interessant, aber auch sehr komplex wird, da es um bedeutungen jenseits der wörter geht. deshalb sind gerade dort auch übersetzungsprogramme überfordert.

der hauptunterschied zwischen sprichwörtern und redewendungen: erstere kommen immer in ganzen sätzen und sind unveränderlich («aller guten dinge sind drei.»). redewendungen sind etwas flexibler und lassen sich an zeit und person anpassen. sie werden jeweils im infinitiv aufgeführt («schmetterlinge im bauch haben»).

in der werbung werden redewendungen und sprichwörter gerne abgewandelt. meist eher schlecht (davon handelt dieser blog häufig), manchmal aber auch clever.

folgendes beispiel braucht gar keine wandlung. hier ist die wandlung diese, dass das idiom nicht wie sonst immer übertragen gemeint ist, sondern wörtlich:

«da haben sie den salat!»
claim auf einem lastwagen: «da haben sie den salat!»

mehr sprichwörter und redewendungen mit erklärungen hier.

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das hält eine weile …

in der schweiz nennt man sie sichtmappen, meist im diminutiv: sichtmäppchen. der etwas deutschere ausdruck wäre klarsichthülle oder sichthülle.

die haben jetzt auch ein verfallsdatum. vielleicht nicht beabsichtigt. mindestens erstmalig entdeckt:

sichthuelle mit verfallsdatum.
sichthuelle mit verfallsdatum.

in 677 jahren wird wohl niemand von den jetzt lebenden mehr unter uns weilen, die sichthüllen wohl auch nicht mehr. der weichmacher im plastik hält im besten fall ein paar jahrzehnte, danach zerbröselt alles. (nein, in nichts auflösen wäre etwas anderes.)

ob dieser blogbeitrag noch irgendwo einsehbar sein wird im jahr 2696? keine ahnung. aber einen herzlichen gruß in die zukunft.

hashtags #26960615 #15.06.2696 #15juni2696 #jahr2696 #2696

wenn sich das papierlose büro bis dahin durchgesetzt haben sollte (die chancen bestehen durchaus), wird die frage dann sein: «wtf ist eine klarsichthülle?!»

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nicht bereit

kunde nicht bereit.
kunde nicht bereit bei mcdonald’s

nach jahrelanger mcdo-abstinenz war ich vor kurzem wieder mal in einem drin, da von außen ganz besondere bildschirme zu erkennen waren: bestellsysteme. das novum war natürlich auszutesten. ein paar berührungen später die meldung (bild): «kunde nicht bereit.»

wie bitte was? ich würde eher sagen: das system ist nicht bereit. dass jetzt der kunde (war mal könig, nicht?) noch dafür verantwortlich gemacht wird, übersteigt der gipfel der frechheit. ab sofort wird der boykott wieder aufgenommen.

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