und jetzt mal mehr zu «und mehr»

blumen und so.
blumen und so.

es gibt unzählige firmen, die «und mehr» oder «and more» im namen tragen, fast alles wurde schon mal mit einem «und mehr» vermehrt: die ersten google-ergebnisse ergeben bei mir:

bleistiftundmehr, haarundmehr, coachingundmehr, genussundmehr, schoggiundmehr, weinundmehr, bücherundmehr, wohnenundmehr, kräutersalzundmehr, wolleundmehr, blumenundmehr, zäuneundmehr …

die originelleren davon sind noch lehrundmehr (was doch ein reim immer wieder ausmacht!! aber wieso nicht gerade leerundmehr?) sowie dasundmehr (die vagheit dieses begriffs endlich mal auf den punkt gebracht, wohl aber eine unbeabsichtigte parodie des undmehrismus.)

ich habe gedacht, blumenundso (siehe bild) mache hier mal eine ausnahme in der andersartigkeit. leider belehrt mich google eines andern:

weinundso (meint ihr auch bier?), stoffundso (tücher oder drogen?), dekoundso (also staubfänger?), hundundso (was denn jetzt: katzen etwa auch?), spieleundso (ähhmmm was? habt ihr vielleicht noch vibratoren im programm?), miezmauzundso (hier kam ich nicht ums klicken rum: ein haustierdienst), …

ich denk nur so: weniger wär mehr.
wer hat jetzt da «weniger wär und mehr und so» gerufen?

ps: das positive: meist kommen die firmennamen mit «und mehr» und «und so» ohne claims aus.

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gehen lassen müssen

gehen lassen müssen.
wollen wir euch wirklich gehen lassen müssen?

wenn wir gerade bei lehner sind: lasst uns mal von lehnübersetzungen sprechen: von eins-zu-eins-übersetzungen von wörtern oder – schlimmer noch – ganzen sätzen.

das obige beispiel zeigt, wie es rauskommt, wenn man englisches corporate-blabla wörtlich ins deutsche überträgt: aus dem let you go wird dann ein behäbiges «gehen lassen müssen». (to let someone go wird auch häufigst höflich für «jemanden entlassen» verwendet.)

eine andere viel zu oft verursachte stilentgleisung von möchtegernübersetzern ist zum beispiel:

«wir machen einen unterschied.»
von to make a difference, welches sinngemäß «etwas bewegen», «etwas bewirken» bedeutet. und so übersetzt auch einleuchtender verstanden würde. so übersetzt würde das also definitiv einen unterschied machen.

leider wurde das «unterschiedmachen» schon zu claims verwurstelt. und ausgerechnet die sonst eher als clever bekannte firma dm (drogeriemarkt) geht hier mit dem schlechten beispiel voran:

dm: wir machen den unterschied.
dm: wir machen den unterschied.
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ich will, ich will …

aldi, das möchtegern-schweizerkind.
aldi, das möchtegern-schweizerkind.

aldi, wir müssen reden!

du bist ganz ein zwängliger goof geworden. erstens heißt es «ich hätte gerne» (haben wir doch jahrelang geübt) – und hinterher darfs auch gerne noch ein «bitte» sein. bitte.

und überhaupt, wir möchten doch alle gerne etwas mehr schweiz auf dem teller. aber mit betonung auf schweiz. leider bist du, aldi, nicht mal fähig, ein korrektes schweizerkreuz auf deinen teller zu zaubern.

hier findest du die korrekte vermaßung des kreuzes. kurz: die flügeli des kreuzes sind nicht quadratisch, sondern haben die proportionen 7:6. selbstverständlich hast du damit gerade unheimlich viele credibility-punkte verjasst. (dass du hier in bester gesellschaft bist mit vielen souvenirherstellern, macht den braten auch nicht feiß.)

also, mach zuerst mal die hausaufgaben, bevor du uns deine swissness-geilheit in den rachen stopfst. en guete!

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zeckenwäsche

tick-wash.
tick-wash.

wieder mal eine perle aus dem bereich «verunglückter sprachenmix». wie man auf tick als firmenname für eine wäscherei kommt, erschließt sich mir nicht von selbst. vor allem, wenn man meint, wash auf englisch schreiben zu müssen. dann rückt das wort tick auch weg von deutschen sprache in die englische:

ticks sind nämlich zecken – die viecher, mit denen man sich lieber nicht anlegt.

online finden wir dann sogar noch einen claim: «Tickt wie Du – lebe Deinen Takt.» autsch!

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claims für öv-betriebe

liebe öv-betriebe: auch wenn ihr das gefühl habt, ihr müsstet auch dazugehören zu den firmen, die einen claim haben: bitte untersteht euch!

basler verkehrsbetriebe
basler verkehrsbetriebe: aufgewecktes logo, lahmer claim.

hier ein paradebeispiel, wie man ein gelungenes logo mit einem viel zu groß angebrachten, gesucht-langweiligen claim verhunzen kann.

nennt mir den pendler, der lust hat, täglich den gleichen lahmen spruch lesen zu müssen.

ps: wie wäre es übrigens mit täglich wechselnden claims? die müssten dann nicht mal so gut ein.

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coop- und migroskinder …

aldi-kinder
aldi-kinder … würkli?

aldi suisse gibt ich unschweizerisch großkotzig und positioniert sich in ihrer neusten kampagne möchtegernselbstbewusst zwischen coop und migros.

coopkinder und migroskinder, das waren so die zwei pole, die man bislang kannte. aldi suisse glaubt 11 jahre nach ihrem markteintritt fit zu sein, eigene neue ladenkettenkinder hervorzubringen.

während coop und migros diese ehre als verdienst erhielten, holt sich aldi das kinder-prädikat mal kurz mit einer werbekampagne. wird wohl nicht viel mehr als eine solche bleiben. geschichten schreiben kann man über nacht. geschichte aber nicht.

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ein weiterer unschlagbarer claim

fair fairer ...
fair fairer …

eine ganz originelle wortsteigerungskette! (ist auch ohne smiley ironisch gemeint.) sagt vor allem ziemlich wenig über das unternehmen aus. ich möchte grundsätzlich von allen geschäften fair behandelt werden.

und überhaupt: ist «fair» ein wort, dessen steigerung viel sinn ergibt?

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endlessly nichtssagend

endlessly diverse. endlessly beautiful.
endlos sinnlos: claim im flughafen zürich.

hier brauchts eigentlich keinen kommentar. «endlessly diverse. endlessly beautiful.» möchte wohl den superlativismus überwinden. aber was können wir menschen uns schon unter «endlos» vorstellen, wenn wir keine erfahrungen dazu haben?

ich hoffe nur, dass sich niemand endlessly mit diesen chemischen duftwässern übergießt. auch nicht annähernd endlos. olfaktorische belästigung ist noch ein nischenthema, sollte aber auf den tisch!

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