deppen leer schlag und deppenapostoph’s

deppenleerschlag.
deppenleerschlag – google weiß, wie es geht.

es gibt zwei rechtschreiberische massenphänomene in der deutschen sprache:

die angst vor dem bindestrich (bzw. der zusammenschreibung von substantiven) und die angst vor dem buchstaben s am schluss eines wortes.

beholfen wird sich mit unnötigen wortabständen (deppenleerschlag) und verschwenderischem umgang mit apostrophen (deppenapostroph oder apostrophitis genannt).

mehr infos unter den zwei obigen links. der duden ist jeweils auch keine schlechte quelle.

ich will, ich will …

aldi, das möchtegern-schweizerkind.
aldi, das möchtegern-schweizerkind.

aldi, wir müssen reden!

du bist ganz ein zwängliger goof geworden. erstens heißt es «ich hätte gerne» (haben wir doch jahrelang geübt) – und hinterher darfs auch gerne noch ein «bitte» sein. bitte.

und überhaupt, wir möchten doch alle gerne etwas mehr schweiz auf dem teller. aber mit betonung auf schweiz. leider bist du, aldi, nicht mal fähig, ein korrektes schweizerkreuz auf deinen teller zu zaubern.

hier findest du die korrekte vermaßung des kreuzes. kurz: die flügeli des kreuzes sind nicht quadratisch, sondern haben die proportionen 7:6. selbstverständlich hast du damit gerade unheimlich viele credibility-punkte verjasst. (dass du hier in bester gesellschaft bist mit vielen souvenirherstellern, macht den braten auch nicht feiß.)

also, mach zuerst mal die hausaufgaben, bevor du uns deine swissness-geilheit in den rachen stopfst. en guete!

zeckenwäsche

tick-wash.
tick-wash.

wieder mal eine perle aus dem bereich «verunglückter sprachenmix». wie man auf tick als firmenname für eine wäscherei kommt, erschließt sich mir nicht von selbst. vor allem, wenn man meint, wash auf englisch schreiben zu müssen. dann rückt das wort tick auch weg von deutschen sprache in die englische:

ticks sind nämlich zecken – die viecher, mit denen man sich lieber nicht anlegt.

online finden wir dann sogar noch einen claim: «Tickt wie Du – lebe Deinen Takt.» autsch!

1921 + 30 = ?

weleda. seit 1921.
weleda. seit 1921.

diese verpackung gibt rätsel auf. irgendwie kommt man nicht mal auf 2000 mit dieser rechnung. die firma weleda wird ja bald 100.

im zweiten anlauf gehts dann: es geht nur um 30 jahre calendula. man kann ja echt jede nebensache feiern.

wieso das years nicht einfach «jahre» heißen darf, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

take-away für den friedhof

grab & go (hiltl).
grab & go (hiltl).

hier wieder mal eine perle aus der abteilung «verunglückter sprachenmix deutsch+englisch»: die gastrokette hiltl aus zürich hat beim hauptbahnhof zürich (sihlpost) dieses schild stehen.

auf den ersten blick lese ich «grab & co.» und denke … genau: an ein begräbnisinstitut. das verb to grab ist nicht eines der bekanntesten und findet deshalb selten verwendung im alltag im deutschsprachigen raum. es bedeutet greifen, zugreifen, ergreifen, zupacken, anfassen, kapern.

wäre hier nicht etwas auf der linie von «zugreifen und verduften» origineller als herangezwungenes titelenglisch (welches auch durch die g-alliteration nicht gerechtfertigt wird)?

claims für öv-betriebe

liebe öv-betriebe: auch wenn ihr das gefühl habt, ihr müsstet auch dazugehören zu den firmen, die einen claim haben: bitte untersteht euch!

basler verkehrsbetriebe
basler verkehrsbetriebe: aufgewecktes logo, lahmer claim.

hier ein paradebeispiel, wie man ein gelungenes logo mit einem viel zu groß angebrachten, gesucht-langweiligen claim verhunzen kann.

nennt mir den pendler, der lust hat, täglich den gleichen lahmen spruch lesen zu müssen.

ps: wie wäre es übrigens mit täglich wechselnden claims? die müssten dann nicht mal so gut ein.